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1. DA IST PALMÖL DRIN

Palmöl ist in den letzten Jahren stark in Verruf geraten. Die Rodung von wertvollen Wäldern für den beliebten Rohstoff und gesundheitliche Bedenken haben dazu geführt, dass Palmöl für viele Verbraucher die „persona non grata“ geworden ist. Deshalb loben Hersteller manche Produkte bereits explizit als „Frei von Palmöl“ aus. Palmöl wird in der Industrie vielseitig verwendet, z.B. für die Herstellung von Kosmetika, Waschmitteln, Futtermitteln und in der Lebensmittelindustrie. Es ist das wichtigste Speiseöl auf dem Weltmarkt und aufgrund seines günstigen Preises und seiner Eigenschaften bei der Lebensmittelherstellung besonders beliebt. So findet es Einsatz bei der Fertigung von Keksen, Nuss- und Schokocremes, Gebäck, Glasuren und Margarine.

Ist Palmöl ungesund?
Dabei muss man bei Palmöl etwas genauer hinschauen. Palmöl ist per se nicht ungesund, sondern in der Zusammensetzung ähnlich anderer pflanzlicher Öle. Es besteht circa zu 50 % aus gesättigten Fettsäuren, zu 40 % aus einfach ungesättigten und zu 10 % aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Ungehärtet und unraffiniert enthält Palmöl zudem wertvolles Vitamin A und E und ist nicht schädlich für die Gesundheit. Gesundheitlich bedenkliche Stoffe wie Transfettsäuren oder Schadstoffe gelangen erst durch eine (schlechte) Verarbeitung in das Öl. Es kommt also – wie auch bei anderen Pflanzenfetten – auf den Verarbeitungsgrad an. Auch andere, stark verarbeitete Öle (z.B. Sonnenblumenöl, Sojaöl) können unerwünschte Stoffe enthalten.

Unser Tipp: Bio-Produkte dürfen keine gehärteten Fette enthalten, dadurch ist die Fettqualität dieser Produkte oftmals besser. Bei Produkten mit Palmöl achte auf die Angaben zum Verarbeitungsgrad. Gegen nachhaltig / bio und fair produziertes, ungehärtetes Palmöl ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Wie bei allen Fetten ist viel mehr das Maß entscheidend, da das Öl viele Kalorien enthält und gesundheitsgefährdendes Übergewicht begünstigen kann. Achte grundsätzlich auf hochwertige, möglichst naturbelassene Fette und Öle in deiner Ernährung und sorge für Abwechslung in der Wahl deiner Lebensmittel.

 

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2. AVOCADOS SIND GESUND

Avocados haben in den letzten Jahren einen ziemlichen Hype erlebt. Veggies, Veganer und Instagramer schwören auf das grüne, fettreiche Obst, weil es vielseitig verarbeitet werden kann und aufgrund seines neutralen Geschmacks sowohl zu salzigen als auch zu süßen Speisen passt. Ob für Sushi, in Smoothies, im Kuchen oder klassisch als Guacamole – Avocado ist ein echter Allrounder.

Und gesund ist das grüne Fruchtfleisch auch! Avocado enthalten ca. 23 g Fett auf 100 g. Der Hauptanteil besteht aus der sogenannten Ölsäure, die einen positiven Einfluss auf die Herzgesundheit hat. Zudem enthält die Avocado etwas Omega-3-Fettsäuren, den Radikalfänger Vitamin E, Lecithin, B-Vitamine, Magnesium und Vitamin A.

Einzig ihre lange Reise aus fernen Anbauländern sowie der hohe Verbrauch an Wasser, das für den Anbau nötig ist, haben die Frucht in die Kritik gebracht, weshalb sie von einigen Menschen gemieden bzw. wieder vom Speiseplan gestrichen wurde. Keine Frage – regionale und nachhaltige Ernährung geht anders.

 

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3. WENIGSTENS MAL PROBIEREN

Wenn Menschen es ablehnen, etwas zu probieren, kann das verschiedenste Gründe haben. In jedem Fall sollte man diesen aber akzeptieren und das Gegenüber nicht dafür verurteilen oder kritisieren, wenn er oder sie ein bestimmtes Lebensmittel oder Gerichte nicht probieren möchte.

Das man etwas nicht mag ist z.B. darauf begründet, dass man einmal von diesem Gericht spucken musste – vielleicht, weil es verdorben war oder man es zufällig gegessen hatte, kurz bevor einen eine Infektion mit Übelkeit und Brechreiz erwischt hat. Der Körper merkt sich genau den Geschmack der Speisen, die wir erbrechen, weil er sie dadurch mit einer potentiellen Gefahr (giftig!) verknüpft. Er entwickelt intuitiv eine Abneigung. Folglich können viele von uns aus diesem Grund an einige Lebensmittel und Gerichte schier nicht mehr ran, sogar der Geruch kann schon Unbehagen auslösen.

Zum anderen ist unser Körper sehr intelligent und zeigt durch die Ablehnung eines Geschmacks oftmals an, dass uns dieses Lebensmittel oder Gericht nicht gut bekommt oder nicht gut vertragen wird. Intuitiv können wir so oftmals schon erspüren, was uns guttut und was nicht, wenn wir unserem Körper nur gut zuhören. Zudem gibt es noch weitere Gründe, warum Menschen Essen ablehnen – diese können religiöse, ethische oder einfach aufgrund persönlicher Einstellungen basieren. Auch Geschmäcker, die wir noch nicht kennen, lehnen wir oftmals erstmal ab. Was auch immer der Grund ist: Jeder entscheidet frei, was er essen und probieren möchte und was nicht – und sollte sich dafür nicht rechtfertigen müssen.

 

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4. ABER BIO-FLEISCH KANNST DU DOCH ESSEN

Hier trifft wohl ein überzeugter Fleisch-Esser auf einen Vegetarier. Warum denn kein Biofleisch essen? Das ist doch nicht schlimm! Diese Argumentation verfehlt die vielfältigen Motive von Vegetariern und Veganern völlig. Die Ablehnung von Massentierhaltung und konventioneller Landwirtschaft ist dabei nur ein Aspekt, wenn es darum geht, sich für ein Leben ohne Fleisch zu entscheiden. Die Gründe können vielfältig sein:

  • Nachhaltigkeit: Die Produktion von Fleisch und tierischen Produkten fordert einen hohen Einsatz von Ressourcen und produziert mehr Treibhausgase als die Produktion von pflanzlichen Produkten. Um den eigenen Co2-Verbrauch zu reduzieren und die Umwelt zu schonen verzichten daher einige bewusst auf den Verzehr von Fleisch.
  • Ethik & Moral: Vielen Vegetariern und Veganern ist die Gleichbehandlung von Tier und Mensch und die Einhaltung von Rechten sowie dem Recht auf Leben für alle Lebewesen wichtig. Besonders die oftmals unwürdige Massentierhaltung, aber auch das gezielte Züchten und Mästen von Tieren nur für die Schlachtung wird dabei häufig grundsätzlich abgelehnt.
  • Religiöse Gründe: In einigen Weltreligionen ist der Verzehr bestimmter Fleischsorten oder das Fleisch von auf bestimmte Weise geschlachteten Tieren untersagt.
  • Gesundheitliche Gründe: Ein zu hoher Fleischkonsum begünstigt gesundheitliche Probleme und kann u.a. das Herz-Kreislauf-System und den Darm belasten. Aus diesem Grund verzichten einige auf Fleisch und Fleischprodukte.
  • Lifestyle / Ernährungstrend: Vegetarische oder vegane Ernährung rücken gesellschaftlich immer mehr in den Fokus – das steckt an. Immer mehr Menschen leben uns vor, dass wir kein Fleisch benötigen und das findet Nachahmer.
  • Geschmackliche Gründe: Es gibt Menschen, die den Geschmack oder die Konsistenz von Fleisch ablehnen.

In jedem Fall sollte man die Haltung des Gegenübers akzeptieren, wenn dieser auf Fleisch verzichtet, aus welchem Grund auch immer.  Jeder entscheidet auch hier für sich alleine. Im Gegenzug sollten Vegetarier und Veganer aber auch nicht auf dem Pfad der Bekehrung wandeln und andere für ihren Fleischkonsum verurteilen. Wünschenswert ist in jedem Fall ein bewusster Umgang mit diesem Lebensmittel.

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5. DAS IST UNGESUND

Etwas per se als grundsätzlich gesund oder ungesund einzustufen mag einigen Menschen dabei helfen, beim immer komplexer werdenden Thema Ernährung den Überblick zu behalten. Über alle medialen Kanäle wie Zeitschriften, Blogs, das Fernsehen, Instagram und Facebook erreichen uns Mythen, Halbwahrheiten, Trendströmungen und Empfehlungen, was gesund ist und was nicht – das schafft oftmals jedoch mehr Verwirrung als Klarheit. Viele dieser Aussagen begründen sich dabei auf persönliche Überzeugungen, Aussagen von „Experten“ und Einzelmeinungen. Und viele Aussagen und Argumente widersprechen sich auch noch.

In der Ernährungswissenschaft zitiert man bis heute gerne den Satz des Paracelsus „Alles ist Gift und nichts ist ohne Gift – allein die Dosis macht, ob es ein Gift ist.“ Was heißt das übersetzt? Dass es in der Ernährung nicht um schwarz und weiß gibt und es nicht primär darum geht, einzelne Lebensmittel komplett zu meiden oder sich nur noch davon zu ernähren. Natürlich gibt es Lebensmittel, die aufgrund ihrer Zusammensetzung die Gesundheit eher fördern und andere, die eher schaden. Aber auch das „gesündeste“ Lebensmittel kann in einer zu hohen Menge auf Dauer der Gesundheit schaden. Das zeigt das Beispiel der Chiasamen: Sie gelten als sehr gesund, weil sie Omega-3-Fette liefern und die Verdauung unterstützen, können aber in zu hohen Mengen Verstopfungen auslösen oder mit blutverdünnenden Medikamenten in Wechselwirkung treten. Das heißt auch: Ein Lebensmittel, das für den einen sehr vorteilhaft ist, kann für den nächsten eher ungeeignet sein. Pauschale Aussagen sind beim Thema Ernährung grundsätzlich selten zielführend.

Wenn es darum geht, sich gesund zu ernähren, geht es vor allem darum, abwechslungsreich und ausgewogen zu essen, sprich: von allem etwas, am besten an der Saison orientiert und möglichst wenig verarbeitet. Denn unser Körper benötigt zahlreiche Nährstoffe wie Vitamine, Fettsäuren, Aminosäuren, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe, die nicht alle durch das eine „Wunderlebensmittel“ gedeckt werden können.

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6. ICH BIN JETZT VEGETARIERIN

Diese Aussage hört man tatsächlich immer öfter. Der Grund: Eine Ernährungsweise frei von tierischen Produkten ist längst kein Exot mehr, sondern vielmehr ein festes Lebenskonzept, für das sich immer mehr Menschen bewusst entscheiden. Der Anteil in der Gesamtbevölkerung ist nach wie vor gering, dennoch hat die die vegane Ernährung ihr einstiges Öko-/ Reformhausimage abgeschüttelt und ist salonfähig geworden. Durch die mediale Präsenz des Themas werden Menschen auf den Trend aufmerksam, reflektieren ihre Ernährung und entscheiden vielleicht, zumindest zeitweise auszuprobieren, wie es sich ganz ohne Tier leben lässt.

Die Gründe dafür können vielfältig sein – neben gesundheitlichen oder nachhaltigkeitsorientierten Gründen sind es vor allem ethische und moralische Motive, die zum Verzicht führen. Auch Industrie und Handel haben verstanden, dass es sich bei einer veganen Lebensweise längst nicht mehr nur um eine Modeerscheinung handelt. Die gestiegene gesellschaftliche Akzeptanz, immer mehr vegane Angebote in der Gastronomie und ein Boom an veganen Produktalternativen im Supermarkt belegen die feste Etablierung in der Gesellschaft und machen es zudem immer einfacher, komplett auf tierische Lebensmittel zu verzichten.

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7. ICH STELLE GERADE MEINE ERNÄHRUNG UM

Wenn Gewohnheiten hinterfragt und das Essverhalten verändert wird, sind meist bestimmte Motive oder Ziele die Auslöser für die Entscheidung, die Ernährung umzustellen. Häufig steht der Wunsch abzunehmen oder gesünder zu leben im Fokus. Aber auch andere gesundheitliche Gründe wie ein beginnender Diabetes oder Bluthochdruck sowie Probleme mit Allergien und Unverträglichkeiten können das Bewusstsein für das täglich Brot schärfen. Auch die Stimmung, das Energielevel, die Schlafqualität und die Leistungsfähigkeit können von einer gesünderen Ernährung profitieren.

Im Gegensatz zu einer Diät ist gerade beim Abnehmen mehr Geduld gefragt, bis erste Erfolge sichtbar sind. Dafür sollten Lebensmittel, auf die keinesfalls verzichtet werden kann (wie beispielsweise Cola oder Schokolade), nur schrittweise reduziert werden. Grundsätzlich gilt: Eine 180-Grad-Drehung von heute auf morgen halten nur die wenigsten durch und führt bei den meisten am Ende zu Frust. Wenn du deine Ernährung auch zum positiven verändern möchtest, etabliere neue Gewohnheiten step by step und gönne dir zwischendurch etwas von deinem „Soul Food“, dann sind die Erfolgsaussichten langfristig besser.

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8. ICH ESSE NACH 18 UHR NICHTS MEHR

Haben Menschen sich dafür entschieden, ab 18 Uhr nichts mehr zu essen, kann das verschiedene Gründe haben. Grundsätzlich kann man nicht von einer allgemeinen Empfehlung sprechen. Betrachtet man den Biorhythmus des Menschen, wird zumindest die Aktivität unseres Verdauungstraktes gegen Abend geringer, nachts fährt sie stark runter, denn dann ist Zeit für Entgiftungs- und Regenerationsprozesse. Ein großes schweres Abendessen kann diese Prozesse stören und die Schlafqualität mindern.

Jeder Mensch muss für sich selber ausprobieren, ob der Körper, die Schlafqualität und die Verdauung davon profitieren können, wenn ab 18 Uhr keine Nahrung mehr aufgenommen wird. Bei bestimmten Arbeitszeitmodellen ist das allerdings kaum möglich – es bleibt also eine individuelle Entscheidung. Mit der steigenden Popularität des Intervallfasten mag es mittlerweile mehr Menschen geben, die bewusste am Abend Nahrungspausen einlegen (z.B. beim 16:8 Intervallfasten).

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9. DAVON WIRD MAN DOCH NICHT SATT

Das klingt nach dem blanken Entsetzen! So wenig, so gesund, nur Grünzeug? Wie kannst du nur! Dass man dabei von sich auf andere schließt, ist in dem Moment, in dem dieser Satz fällt, wohl kaum bewusst. Denn welche Lebensmittel und welche Mengen uns zu welcher Tageszeit wie sättigen, ist eine sehr individuelle Angelegenheit. Ist man vielleicht eher der Typ für viele kleine Mahlzeiten und Snacks, reicht einem mittags der leichte Salat. Isst man tagsüber weniger, gibt es dafür abends eine große Portion warmes Essen.

Was uns wie sättigt hat unter anderem damit zu tun, welche Portionsgrößen unser Magen gewohnt ist, was unser Verdauungstrakt gerade noch zu tun hat, wie viel Energie der Körper grundsätzlich braucht und und und…Der eigentliche Grund, warum dieser Satz oft fällt, ist eigentlich ein anderer: In Gesellschaft zu essen heißt auch immer, sich zu vergleichen. Dabei streben wir grundsätzlich danach, uns einander anzupassen. Was esse ich, was isst der andere, wie ist das Verhältnis zueinander? Häufig führen große Abweichungen in der Menge oder der Art der Lebensmittel dazu, dass Menschen die Sorge haben, selber zu viel oder zu ungesund zu essen. Deshalb tendieren sie dazu, ihr Gegenüber für kleinere Portionen oder gesündere Lebensmittel zu kritisieren.

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10. VERSUCHS MAL MIT KOKOSÖL

Kokosöl hat in den letzten Jahren einen wahren Hype erlebt. Zum Kochen, Backen und sogar als Haut- und Haarpflegemittel findet das Öl mittlerweile Verwendung. Im Handel finden sich verschiedene Varianten aus konventionellem und biologischem Anbau, mit oder (desodoriert) ohne Kokosgeschmack. Der gesundheitliche Nutzen ist nach wie vor umstritten. Während die einen darauf schwören und gerne auch für die vegane Küche nutzen, wird es von anderen sogar als „Gift“ bezeichnet. 

Kokosöl enthält – ganz nüchtern betrachtet – vor allem mittelkettige gesättigte Fettsäuren (medium chain triglycerides = MCT), die sofort für die Energiegewinnung genutzt und nicht als Fettgewebe gespeichert werden. Es kann sehr hoch erhitzt werden und eignet sich daher zum heißen Braten, aber auch zum Backen und Dünsten. Aufgrund des hohen Anteils an gesättigten Fettsäuren empfehlen Ernährungswissenschaftler, den Anteil in der täglichen Ernährung gering zu halten, ähnlich wie bei Butter. Ölen mit einem hohen Anteil an einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren wie Olivenöl, Leinöl, Hanföl oder Walnussöl sollte man den Vortritt lassen.

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11. DAS IST KREBSERREGEND

Ob etwas krebserregend ist, ist häufig nicht eindeutig nachweisbar. Belegt ist zumindest, dass Rauchen und Alkohol die Entstehung von Krebs nachweislich fördern. Bei der Ernährung sind solche klaren Zusammenhänge deutlich schwieriger, da Studienergebnisse oftmals nur auf Beobachtungen beruhen.

Im Jahr 2015 hat die Internationalen Agentur für Krebsforschung nach einer Auswertung von 800 Studien verarbeitetes Fleisch in Form von Wurstwaren als „krebserregend“ eingestuft. Das betrifft alle durch Salzen, Pökeln, Räuchern oder andere Verfahren haltbar gemachte Fleischwaren. Rotes Fleisch (von Rind, Lamm, Ziege, Schwein) wurde als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft. Der World Cancer Research Fund empfiehlt daher, max. 300 g rotes Fleisch pro Woche zu verzehren und verarbeitete Fleischprodukte möglichst zu vermeiden. Daneben gibt es einzelne, durch die Verarbeitung entstehende Substanzen oder Verunreinigungen, die das Krebsrisiko erhöhen. Dazu gehören:

  • Acrylamide: Entstehen bei Temperaturen über 200 Grad. Vorkommen: Zu kross / dunkel gebackenen Teigwaren wie Brot, Keksen, Pommes & Chips
  • Nitrosamine: Entstehen durch Erhitzen von nitrathaltiger Wurst (Bratwurst, Leberkäse) oder Käse (z.B. beim Überbacken)
  • Heterozyklische Amine und aromatische Kohlenwasserstoffe: Röststoffe, die beim Grillen und Braten entstehen (daher verbrannte / dunkle Stellen nicht mitessen!)
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12. VON SALAT SCHRUMPFT DER BIZEPS

Das Muskelwachstum wird nicht durch bestimmte Lebensmittel gefördert oder verhindert. Schon gar nicht vermögen es einzelne Lebensmittel, Muskeln schrumpfen zu lassen! Damit die Muskelmasse erhalten bleibt bzw. steigt, bedarf es zwei Dinge:

  • Ausreichende Stimulation der Muskulatur (durch Training, Anstrengung)
  • Verfügbarkeit von Proteinen

Salat enthält von Natur aus so gut wie keine Proteine, so dass wohl ein Eiweißmangel entstehen würde, wenn man sich ausschließlich davon ernähren würde. Da eine normale, abwechslungsreiche Ernährung jedoch mehr als genug Eiweiß enthält (oft sogar zu viel, künstlich stark erhöht durch mit Proteinen angereicherte Produkte), besteht hier grundsätzlich erst einmal keine Gefahr. Eiweiß ist in fast allen tierischen und zahlreichen pflanzlichen Lebensmitteln enthalten. Sogar eine vielseitige, rein vegane Ernährung führt dem Körper alle essentiellen (lebensnotwendigen) Eiweißbausteine zu, so dass auf tierische Produkte nicht unbedingt zurückgegriffen werden muss, um die Muskulatur zu erhalten bzw. zu stärken. Ein Eiweißmangel, der zum Abbau der Muskulatur und allgemeiner Schwäche führt, ist in den meisten Fällen durch eine Mangel- oder Fehlernährung bedingt und kommt vor allem bei alten Menschen, Krebs- oder Anorexie-Patienten vor.

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13. VIEL TRINKEN NICHT VERGESSEN

Ausreichend zu trinken fällt vielen Menschen schwer. Es wird im Stress gerne vergessen oder das Durstgefühl fehlt komplett – das ist vor allem bei älteren Menschen der Fall, kommt aber auch bereits bei jüngeren Menschen vor. Als Faustformel gilt: 0,035 L pro kg Körpergewicht, das sind bei 70 kg eine Menge von 2,45 Litern pro Tag. Trinkt man zu wenig kann sich das z.B. über folgende Symptome äußern:

  • Kopfschmerzen
  • Niedriger Blutdruck
  • Schwindel
  • Müdigkeit / Leistungsschwäche
  • Konzentrationsprobleme
  • Verstopfungen
  • Trockene Schleimhäute

Ausreichend Flüssigkeit ist wichtig, damit unser Blut auch durch die kleinsten Kapillaren fließen kann. Das ist besonders wichtig für die Versorgung unseres Gehirns mit Wasser und Nährstoffen. Kopfschmerzen können durch zu wenig Wasser entstehen, wenn die feinen Gefäße im Gehirn nicht mehr ausreichend durchblutet werden. Deshalb lohnt es sich bei Kopfschmerzen, erst einmal viel zu trinken, anstatt sofort zur Kopfschmerztablette zu greifen.

Wenn man Probleme hat, sein Trinkpensum zu erreichen, können eine App mit Erinnerungsfunktion oder eine Flasche, die immer griffbereit in der Tasche ist, helfen.

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14. FETT MACHT DICK

Dieser Mythos ist vor vielen Jahren entstanden und hält sich hartnäckig in einigen Köpfen. Dabei ist längst widerlegt, dass eine low fat Ernährung schlank macht. Im Gegenteil! Einst ging man davon aus, dass vor allem der hohe Fettanteil in der Ernährung für die steigende Zahl an Übergewichtigen verantwortlich ist. Daraufhin überschwemmten zahlreiche „low fat“ Produkte der Industrie den Markt mit dem Ergebnis, dass die Menschen noch mehr zunahmen. Warum? Weil der Gedanke oftmals ist: Die Salami ist low fat, da kann ich dann eine Scheibe mehr essen. So nimmt man schnell mehr Kalorien auf, als hätte man eine Scheibe normale Salami gegessen.

Richtig ist, dass Fett etwa doppelt so viele Kalorien enthält wie Kohlenhydrate und Eiweiße. Zu Übergewicht führt allerdings, wenn man grundsätzlich zu viele Kalorien aufnimmt – auch über Eiweiße und Kohlenhydrate. Mittlerweile weiß man, dass vor allem Kohlenhydrate, durch ihre Auswirkungen auf den Insulin- und Blutzuckerspiegel, Übergewicht begünstigen – allen voran durch Zucker und Weißmehlprodukte. Dazu kommen ungünstige Fette aus Wurstprodukten, Fast Food und industriell verarbeiteten Lebensmitteln, sowie ein Mangel an Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen, die Übergewicht dauerhaft begünstigen.

Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass eine Ernährung reich an gesunden Fetten (aus Nüssen, Fisch und pflanzlichen Ölen) ein gesundes Gewicht fördert und wichtig für einen gesunden Stoffwechsel, die Sättigung und das Wohlbefinden ist. Es ist also – wie so oft in der Ernährung – vor allem eine Frage der Menge und Qualität. Rund 1/3 des täglichen Energiebedarfs sollte über gute Fette gedeckt werden.

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15. SCHOKOLADE MACHT GLÜCKLICH

Das Schokolade tatsächlich glücklich machen kann, zeigen Bilder von Gehirnscans eindrucksvoll. Besonders die Vollmilchschokolade mit einem bestimmten Verhältnis von Fett und Zucker stimuliert unser Belohnungszentrum und sorgt für die Ausschüttung von Dopamin – einem neuronalen Botenstoff, der uns Glücksgefühle und Euphorie beschert. Zudem verbinden viele von und Schokolade bereits aus früherer Kindheit mit Zuneigung, Geborgenheit oder Trost. Der Geschmack unser Lieblingsschokolade aus vergangenen Tagen ist häufig an nostalgische Gefühle gekoppelt, die automatisch beim erneuten Genuss wiederbelebt werden. Übrigens gibt es genauso negative Emotionen, die an bestimmte Süßigkeiten gekoppelt sein können. Schokolade macht also nicht immer per se glücklich, ist bei vielen von uns aber neuronal und emotional positiv verankert.

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16. MÖHREN SIND GUT FÜR DIE AUGEN

Diese Aussage begründet sich auf der Tatsache, dass Möhren den sekundären Pflanzenstoff beta-Carotin enthalten, eine Vorstufe (Provitamin) von Vitamin A. Das beta-Carotin wird zu einem gewissen Prozentsatz im Körper in Vitamin A umgewandelt und trägt unter anderem zur Gesundheit der Augen bei. Ein Mangel an Vitamin A führt zu eingeschränktem Dämmerungssehen, bei dem sich das Auge nicht mehr an geringere Lichtstärken anpassen kann. Weitere Mangelsymptome sind eine Verhornungen der Haut und Schleimhäute sowie ein gestörtes Immunsystem mit erhöhter Anfälligkeit für Infekte.

Um die Aufnahme des beta-Carotins im Darm zu erhöhen, sollte man carotinhaltige Lebensmittel immer zusammen mit etwas Fett verzehren. Übrigens enthalten nicht nur rote und orange Obst- und Gemüsesorten diese Substanz, sondern auch grünes Gemüse wie Spinat und Brokkoli. Vitamin A ist ausschließlich in tierischen Lebensmitteln wie etwa Leber, Butter, Käse oder Eiern enthalten.

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