Ernährungs-Vorträge – kostenlos = wertlos?

Ernährungs-Vorträge – kostenlos = wertlos?

Ernährungs-Vorträge – kostenlos = wertlos?

Welchen Sinn erfüllen öffentlich beworbene, kostenlose Ernährungs-Vorträge

Als bundesweiter Dienstleister im Bereich der Betriebliche Gesundheitsförderung für Ernährung bietet die Kraaibeek GmbH aktuell monatlich 10 kostenfreie Online-Vorträge zu aktuellen, ernährungsrelevanten Themen an.

Doch was können wir mit kostenfreien Vorträgen erreichen, geht man doch allgemein von der Annahme aus: Was nichts kostet, ist nichts wert!

In diesen 60-minütigen Online-Vorträgen, die live von einer ausgewählten, zertifizierten Ernährungsfachkraft gehalten werden, erhalten die Teilnehmenden, neben einer Einführung in das jeweilige Thema, wichtige vertiefende und ernährungsphysiologisch, auch optisch, gut aufgearbeitete Informationen. Die Ernährungsfachkraft folgt dabei nicht nur dem von der Kraaibeek GmbH gewählten Vortragsablauf, sondern bindet je nach den Rückfragen und -meldungen der Teilnehmenden, persönliche Aspekte und Beispiele ein. Über gezielte Fragen der Referent*in werden alle Teilnehmenden aktiv eingebunden und es besteht die Möglichkeit kurz auf individuelle Rückmeldungen einzugehen.

 

In den vergangenen Monaten haben wir eine Vielzahl an sehr interessierten Zuhörer*innen in unseren Online-Vorträgen erreicht. Die einen waren völlige Ernährungs-Neulinge, die anderen gaben sich als durchaus Wissende zu erkennen und freuten sich am Ende des Online-Vortrags über den vertiefenden Input.

Wenn wir bei unseren Mitmenschen einen Prozess der Bewusstwerdung hin zu einer gesünderen Lebensführung initiieren wollen, können wir das sehr gut über ein kostenloses Angebot tun, einen niederschwelligen Einstieg mit Expertenwissen verbinden und durch Fachpersonal vermitteln lassen. So können mehrere Ebenen miteinander verbunden und die Basis für eine weitere Beschäftigung mit dem Thema geschaffen werden. Damit wird der Grundstein für weiterführende Angebote im Bereich der Betrieblichen Gesundheitsförderung eines Unternehmens gelegt. Denn die Mitarbeitenden sind sensibilisiert und nehmen für weiterführende Angebote in den allermeisten Fällen dankbar an. Für kleinere Unternehmen bieten diese Online-Vorträge auch die Möglichkeit, damit einen Einstieg in eigene BGM/BGF-Maßnahmen anzutesten. Die Erfahrung hat gezeigt, dass auch hier die Mitarbeitenden das unkomplizierte Angebot gerne angenommen haben.

Für das zweite Quartal dieses Jahres haben wir uns neben unseren beiden absoluten Klassikern wie Darmgesundheit und Meal-Prep neuen Themen wie Office Gardening, der Planetary Health Diet und einem saisonalen Thema Das Gelbe vom Ei gewidmet. Ein mehrmaliges Anhören und Anschauen der Themen ist jederzeit möglich!

Zum Vortrag: Das Gelbe vom Ei – Unser Rezept für Sie!

Zum Vortrag: Das Gelbe vom Ei – Unser Rezept für Sie!

Zum Vortrag: Das Gelbe vom Ei – Unser Rezept für Sie!

Zutaten: 

  • 8 Bio-Eier
  • 1/2 Bund Schnittlauch
  • 1/2 Bund Petersilie
  • 200 g Schmand
  • 2 EL Mayonnaise
  • 1 EL Senf
  • Salz & Pfeffer
  • Optional: Chiliflocken und Zwiebel- oder Knoblauchpulver
 

Zubereitung:

  • Einen ausreichend großen Topf mit Wasser zum Kochen bringen. Die Eier darin für 10 Minuten kochen. Wichtig: Diese sollten schnittfest sein.
  • Die Eier abgießen, mit kaltem Wasser abschrecken und abkühlen lassen.
  • In der Zwischenzeit Schmand, Mayonnaise und Senf miteinander verrühren.
  • Schnittlauch und Petersilie mit kaltem Wasser abbrausen, trockenschütteln und fein hacken. Anschließend zur Schmand-Mayo-Mischung geben, verrühren und mit den Gewürzen abschmecken.
  • Die Eier pellen, fein hacken und zur Mischung geben. Alles gut miteinander verrühren, etwas ziehen lassen und genießen.
  • Lecker dazu: Vollkornbrot
Internationaler Frauentag

Internationaler Frauentag

Internationaler Frauentag

Ist es noch wichtig, diesen Tag zu begehen?

 

Schon seit über 100 Jahren wird der Internationale Frauentag weltweit gefeiert. Seine Geschichte geht auf das Jahr 1910 zurück, als die deutsche Politikerin und Frauenrechtlerin Clara Zetkin auf der Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen einen Internationalen Frauentag vorschlug, um sich für das Wahlrecht der Frauen stark zu machen.

In der Folge veränderte sich einiges für den weiblichen Teil der Bevölkerung, wie z. B. die Arbeitsbedingungen von Frauen, die sich – auch dank des Betrieblichen Gesundheitsmanagements – deutlich verbessert haben. Doch auch noch im Jahr 2023 werden Themen wie Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Gleichberechtigung von Männern und Frauen kontrovers diskutiert. So betrug der Gender Pay Gap in Deutschland  im Jahr 2021 ganze 18 Prozent. Und laut „Women in Leadership“-Report des Weltwirtschaftsforums aus dem gleichen Jahr lag der Anteil von Frauen in Führungspositionen in Deutschland bei nur 29,2 Prozent. Allein diese beiden Statistiken zeigen, dass die Diskussion nach wie vor notwendig ist.

 

Gleichberechtigung von Männern und Frauen bedeutet jedoch nicht, dass beide Geschlechter in jeder Hinsicht gleich sind, sondern dass jeder Mensch unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder anderen Merkmalen die gleichen Chancen und Rechte haben muss.

Im Alltag wird in Werbung und Marketing jedoch immer noch stark mit Geschlechterstereotypen gearbeitet. Starke Männer stehen am Grill und essen nur Fleisch, Frauen hingehen Salat und Fitnessmüsli?

Wir wollen den Blick zum internationalen Frauentag auf die geschlechtsspezifischen Bedürfnisse lenken. Beispielsweise auf die Medizin, die mit der Etablierung der „Gender-specific Medicin“ einen wichtigen Beitrag leistet, oder für uns besonders wichtig, die ernährungsphysiologischen Unterschiede.

So ist bei Frauen beispielsweise der Eisenbedarf aufgrund der Menstruation mit 15 mg pro Tag höher (im Vergleich zu 10 mg pro Tag). Um das Wachstum des Fötus und die eigene Blutbildung zu fördern, liegt der tägliche Eisenbedarf bei Schwangeren bei sogar 30 mg. Stillende haben einen täglichen Eisenbedarf von 20 mg. Auch generell benötigen Frauen durch den allgemein geringeren Energiebedarf im Vergleich zu Männern eine höhere Nährstoffdichte in ihrer Ernährung, um eine ausreichende Zufuhr aller Vitamine und Mineralstoffe sicherzustellen. Die Frage nach den Auswirkungen der Menopause auf das weibliche Immunsystem und den Stoffwechsel kann ebenfalls nur mit gesondert betrachtet werden.

Als Expert*innen für Betriebliche Gesundheitsförderung wollen wir mit gutem Beispiel vorangehen und eine geschlechtergerechte Themenauswahl im Arbeitsleben berücksichtigen. Aus diesem Grund rufen wir heute am internationalen Weltfrauentag zur erhöhten Aufmerksamkeit für die Bedürfnisse von Frauen am Arbeitsplatz sowie der Bedürfnisse jeder Zielgruppe in differenzierter Weise auf!

 

Ist es noch wichtig, diesen Tag zu begehen?

 

Schon seit über 100 Jahren wird der Internationale Frauentag weltweit gefeiert. Seine Geschichte geht auf das Jahr 1910 zurück, als die deutsche Politikerin und Frauenrechtlerin Clara Zetkin auf der Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen einen Internationalen Frauentag vorschlug, um sich für das Wahlrecht der Frauen stark zu machen.

In der Folge veränderte sich einiges für den weiblichen Teil der Bevölkerung, wie z. B. die Arbeitsbedingungen von Frauen, die sich – auch dank des Betrieblichen Gesundheitsmanagements – deutlich verbessert haben. Doch auch noch im Jahr 2023 werden Themen wie Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Gleichberechtigung von Männern und Frauen kontrovers diskutiert. So betrug der Gender Pay Gap in Deutschland  im Jahr 2021 ganze 18 Prozent. Und laut „Women in Leadership“-Report des Weltwirtschaftsforums aus dem gleichen Jahr lag der Anteil von Frauen in Führungspositionen in Deutschland bei nur 29,2 Prozent. Allein diese beiden Statistiken zeigen, dass die Diskussion nach wie vor notwendig ist.

 

Gleichberechtigung von Männern und Frauen bedeutet jedoch nicht, dass beide Geschlechter in jeder Hinsicht gleich sind, sondern dass jeder Mensch unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder anderen Merkmalen die gleichen Chancen und Rechte haben muss.

Im Alltag wird in Werbung und Marketing jedoch immer noch stark mit Geschlechterstereotypen gearbeitet. Starke Männer stehen am Grill und essen nur Fleisch, Frauen hingehen Salat und Fitnessmüsli?

Wir wollen den Blick zum internationalen Frauentag auf die geschlechtsspezifischen Bedürfnisse lenken. Beispielsweise auf die Medizin, die mit der Etablierung der „Gender-specific Medicin“ einen wichtigen Beitrag leistet, oder für uns besonders wichtig, die ernährungsphysiologischen Unterschiede.

So ist bei Frauen beispielsweise der Eisenbedarf aufgrund der Menstruation mit 15 mg pro Tag höher (im Vergleich zu 10 mg pro Tag). Um das Wachstum des Fötus und die eigene Blutbildung zu fördern, liegt der tägliche Eisenbedarf bei Schwangeren bei sogar 30 mg. Stillende haben einen täglichen Eisenbedarf von 20 mg. Auch generell benötigen Frauen durch den allgemein geringeren Energiebedarf im Vergleich zu Männern eine höhere Nährstoffdichte in ihrer Ernährung, um eine ausreichende Zufuhr aller Vitamine und Mineralstoffe sicherzustellen. Die Frage nach den Auswirkungen der Menopause auf das weibliche Immunsystem und den Stoffwechsel kann ebenfalls nur mit gesondert betrachtet werden.

Als Expert*innen für Betriebliche Gesundheitsförderung wollen wir mit gutem Beispiel vorangehen und eine geschlechtergerechte Themenauswahl im Arbeitsleben berücksichtigen. Aus diesem Grund rufen wir heute am internationalen Weltfrauentag zur erhöhten Aufmerksamkeit für die Bedürfnisse von Frauen am Arbeitsplatz sowie der Bedürfnisse jeder Zielgruppe in differenzierter Weise auf!

 

Apps – Eine dauerhafte, sichere und nachhaltige Versorgung?

Apps – Eine dauerhafte, sichere und nachhaltige Versorgung?

Apps – Eine dauerhafte, sichere und nachhaltige Versorgung?

Gesundheit ist das höchste Gut

Die Digitalisierung erfasst zunehmend das Gesundheitswesen. Egal ob Versicherte, Patient*innen, gesundheitsbewusste User*innen, immer mehr Menschen informieren sich im Internet, nutzen Wearables oder Applikationen (Apps), um ihre Gesundheitsdaten zu tracken, auszuwerten und damit einen Beitrag zu ihrer Gesundheit leisten zu können. Momentan wird der Markt der Gesundheits-Apps von Lifestyle- und Wellness-Apps beherrscht, wobei nur wenige Apps für eine dauerhafte, sichere und nachhaltige Versorgung ausgelegt sind. Dabei werten viele Apps die Gesundheitsdaten der User*innen aus, jedoch können gesunde Laien sowie medizinisches Fachpersonal derzeit nicht feststellen, ob eine App sowie deren Empfehlungen von „guter Qualität sind“ (Beerheide, 2016).

Das Potenzial von Apps
Wenn wir unser eigenes Verhalten reflektieren, stellen einige sicher fest, dass die Digitalisierung längst nicht mehr wegzudenken ist. Natürlich nicht, denn jede Person nutzt sie auf eine eigene Art und Weise. Die eine Person überprüft die täglichen Schritte, die andere schaut sich lustige Reels oder Fitnessvideos an, die nächste Person nutzt es für Rezeptinspirationen, Podcasts oder für die Kommunikation mit der eigenen Krankenkasse. Das bisherige Manko: häufig ist die Person danach auf sich allein gestellt. Eine App in der betrieblichen Gesundheitsförderung kann hier ergänzend wirken und viele Aspekte aufgreifen und miteinander vereinen:

  • User*innen können ihr Verhalten selbstständig und beliebig tracken.
  • Inhalte und Wissensvermittlungen können individuell stattfinden – die User*innen entscheiden selbst, wann und wo möchte ich „lernen“.
  • Inhalte können sich selbstständig ausgesucht werden. Für die eine Person ist es z.B. das Thema „Meal Prep“, für die andere Person das Essen mit der Familie.
  • Im besten Fall stehen qualifizierte (Ernährungs-)Fachkräfte hinter der App, die ihre Angebote im Bereich BGF adäquat und qualifiziert anpassen können.
  • Individuelle Ziele und Reminder können eingestellt werden, um so die Achtsamkeit im Alltag zu steigern – genau dort, wo die Veränderungen stattfinden.

 

Der Vorteil für Krankenkassen
Apps können Menschen erreichen, die bisher aus unterschiedlichsten Gründen noch keine professionelle Hilfe in Anspruch genommen haben. Demnach bieten sie die Möglichkeit eine breite Bevölkerungsgruppe zu erreichen (BinDhim et al. 2014):

  • Die Barrierefreiheit kann und sollte berücksichtigt werden.
  • Im Vorfeld, vor Inanspruchnahme des Gesundheitssystems, könnten bereits lebensstilbezogene Veränderungen initiiert werden.
  • Die Daten können potenziell dabei helfen, die Konsumgewohnheiten der Versicherten besser nachzuvollziehen, zu verstehen und mögliche Versorgungsdefizite zu identifizieren.
  • Die versicherte Person wird mit Ihren Bedürfnissen in den Mittelpunkt gestellt.
  • Erleichterter Zugang zu medizinischen Informationen für Laien und medizinisches Fachpersonal.

„Um Gesundheits-Apps in der Prävention sinnvoll einzusetzen, müssen die Nutzerpräferenzen genau evaluiert und den Anwenderinnen und Anwendern bei der Identifikation wirksamer Apps geholfen werden. Nutzer wie Experten sollten schon in der Entwicklung von Apps beteiligt werden, um die Evidenz zu überprüfen und Risiken früh zu erkennen“ (Bundesministerium für Gesundheit, 2016)

Und wie geht es weiter?
Durch unsere weitreichende Marktanalyse, diverse Gespräche mit unterschiedlichsten Akteuren des Gesundheitswesens sowie einen starken Partner an unserer Seite, der uns bezüglich der Technik unterstützt, ist es uns gelungen eine App zu entwickeln, die sich momentan noch in der Testphase befindet. Das Bundesministerium für Gesundheit hat in der CHARISMHA-Studie verschiedene Kriterien aufgestellt, wie eine App-Entwicklung umgesetzt werden kann. Angelehnt an diesen Empfehlungen lassen wir aktuell unsere Test-User*innen erste Entwürfe der App bewerten. Anschließend werden wir im letzten Quartal dieses Jahres die Ergebnisse auswerten und in die Optimierung der App einfließen lassen. Dabei wird die App nicht nur aus technischer Sicht, sondern auch aus der Sicht von Krankenkassen, User*innen, Ärzt*innen und Ernährungsfachkräften getestet. Für uns ein absolutes Muss und ein sehr spannendes Projekt.

Sie möchten mehr über dieses Projekt erfahren? Dann schreiben Sie uns gerne an unter Praevention@Kraaibeek.de oder folgen Sie uns auf Instagram @kraaibeek_gmbh.

Quellen:

Beerheide, R. (2016). Gesundheits-Apps: Viele Chancen, wenig Evidenz. Dtsch. Arztebk 2016; 113 (26): A-1242 / B -1040 / C- 1024

Abgerufen auf:
https://www.aerzteblatt.de/archiv/180500/Gesundheits-Apps-Viele-Chancen-wenig-Evidenz
Bundesministerium für Gesundheit (2016). Chancen und Risiken von Gesundheits-Apps. Charismha.

Abgerufen auf:
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/A/App-Studie/CHARISMHA_gesamt_V.01.3-20160424.pdf
BinDhim, N.F., McGeechan, K. & Trevena, L. (2014). Who Uses Smoking Cessation Apps? A Feasibility Study Across Three Countries via Smartphones. JMIR mHealth and uHealth 2(1):e4.
Verfügbar unter http://mhealth.jmir.org/2014/1/e4/ [Zugriff 28.05.2021.]

 

Erkältungszeit – Mythen und Fakten

Erkältungszeit – Mythen und Fakten

Erkältungszeit – Mythen und Fakten

„Erkältungszeit – Mythen und Fakten“

Die Temperaturen sinken, es wird früher dunkel und später hell, die Bäume verlieren ihre Blätter – der Herbst ist in vollem Gange. Mit den kühleren Temperaturen und dem vermehrten Aufenthalt im Inneren fällt meist der Startschuss für die Erkältungs- und Grippesaison.

Doch handelt es sich bei Erkältung und grippaler Infekt eigentlich um die gleiche Erkrankung? Nein, Erkältung, grippaler Infekt und Grippe werden fälschlicherweise häufig synonym verwendet. Dabei handelt es sich um unterschiedliche Krankheitsbilder, mit ganz unterschiedlichen Verläufen. So beginnt eine Erkältung (= grippaler Infekt) meist langsam, schleichend und nachdem der Körper über eine längere Zeit kälteren Temperaturen ausgesetzt wurde. Zudem wird eine Erkältung durch sogenannte „Schnupfenviren“ ausgelöst. Zu den typischen Symptomen gehören unter anderem Schnupfen, Husten – trocken oder schleimig –, Halsschmerzen und moderates Fieber. In den meisten Fällen reichen Bettruhe und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, um eine Erkältung auszukurieren.

Eine Grippe hingegen beginnt schnell und wird durch Grippeviren (Influenzaviren Typ A, B oder C) ausgelöst. Hohes Fieber, deutliche Erschöpfung, starke Gliederschmerzen und Kopfschmerzen, Schnupfen und Husten sind typische Symptome einer echten Grippe. Bei einer Grippe können neben Bettruhe und ausreichender Flüssigkeitszufuhr, auch fiebersenkende Mittel, Schmerzmittel und weitere Medikamente eingesetzt werden. Wird mittels eines Schnelltest das Grippevirus nachgewiesen, kann auch der Einsatz von Neuraminidase-Hemmern erfolgen. Dabei handelt es sich um ein Medikament, das die Grippeviren hemmt und so zu einer Linderung der Symptome beitragen kann.

Die Grippe kann vor allem für ältere und immungeschwächte Menschen zu einem schweren Verlauf bis hin zu einer Lungenentzündung führen, weshalb die STIKO (Ständige Impfkommission) für alle Menschen über 60 Jahre, Risikogruppen, enge Kontaktpersonen von Risikogruppen, medizinisches Personal und Schwangere ab dem 2. Trimenon eine jährliche saisonale Grippeimpfung empfiehlt. Sprechen Sie diesbezüglich mit Ihrem Hausarzt / Ihrer Hausärztin und lassen Sie sich beraten.

Um nicht an einem grippalen Infekt oder einer echten Grippe zu erkranken, versuchen viele Menschen in dieser Zeit das eigene Immunsystem zu unterstützen und stärken. Dabei kommen präventiv nicht nur Nahrungsergänzungsmittel zum Einsatz, sondern insbesondere auch Lebensmittel wie Kurkuma, Cranberry und Ingwer, denen eine antientzündliche und immunstärkende Wirkung nachgesagt wird.

Wenn es um grippale Infekte und die echte Grippe geht, kursieren eine Menge Mythen und Weisheiten. Doch welche Mythen sind in Wirklichkeit Fakten und welche Mythen sind und bleiben Mythen.

MYTHOS: BEI ERKÄLTUNGSANZEICHEN HILFT ES, SOFORT VITAMIN C UND ZINK ZU NEHMEN.

FALSCH – Studien zeigten, dass die präventive Einnahme – vor allem von Vitamin C bei den ersten Erkältungsanzeichen – die Dauer der Erkältung nicht verkürzte. Hinzukommt, dass es sich bei Vitamin C um ein wasserlösliches Vitamin handelt. Bei zu hoher Zufuhr wird dies einfach über den Urin ausgeschieden und nicht verwertet. Bei Zink müsste die Einnahmemenge deutlich überschritten werden, um eine Linderung zu erwirken, was wiederum negative Folgen mit sich bringen könnte. Das bedeutet, dass zuhause keine Experimente mit Zink durchgeführt werden sollten. Grundsätzlich kann eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung, die auch eine adäquate Zufuhr an Vitamin C und Zink beinhaltet, das Immunsystem stärken und somit die Erkältungsdauer ein wenig verkürzen kann.

MYTHOS: STRESS SCHWÄCHT DAS IMMUNSYSTEM.

RICHTIG – Körper, Geist, Nervensystem und Immunabwehr sind eng miteinander verbunden. Bei akutem Stress wird die Immunabwehr zunächst hochgefahren, da evolutionsbedingt die Gefahr steigt, dass Erreger in den Organismus eindringen. Die spezifische körpereigene Abwehr, sprich Immunzellen, die dazu „trainiert“ werden, bestimmte Substanzen abzuwehren, wird jedoch unterdrückt.

Bei Dauerstress fährt auch das zunächst aktivierte Immunsystem durch das Stresshormon Cortisol und die ständige Anspannung des Nervensystems herunter. Die Folge ist, dass die Immunzellen im Blut zurückgehen und die Aktivität der Zellen ebenfalls sinkt. So haben Erreger freie Bahn in den Organismus einzudringen und ihn zu schwächen.

Stress zu reduzieren ist meist leichter gesagt als getan. Versuchen Sie sich Freiräume zu schaffen, holen Sie sich bei Bedarf Hilfe oder Unterstützung und kümmern Sie sich um sich selbst. Das kann das Lesen eines guten Buches, ein ausgiebiger Spaziergang, ein Telefonat mit einer vertrauten Person oder ein entspannter Filmabend sein. Jeder Mensch ist individuell. Schaffen Sie sich Ihre persönliche Ruhe-Oase, um abzuschalten und zu entspannen und Stress und Krankheitserregern keine Chance zu geben.

MYTHOS: DAS STÄNDIGE MASKE-TRAGEN UND DESINFIZIEREN SCHWÄCHT UNSER IMMUNSYSTEM.

FALSCH – Unser Immunsystem ist permanent aktiv, da wir ständig Keimen und Viren ausgesetzt sind. Es funktioniert nicht wie ein Muskel, der schwächer wird, wenn er nicht eingesetzt wird. Auch verliert das Immunsystem nicht die Fähigkeit Viren, Bakterien und andere Keime bei Bedarf zu bekämpfen oder verlernt, dies zu tun. Durch die Vielzahl an Corona-Maßnahmen (Abstand halten, Maske tragen, Hände regelmäßig waschen und desinfizieren) in den letzten Jahren war es tatsächlich so, dass wir besser gegen Tröpfcheninfektionen geschützt waren und seltener an Erkältungen, Grippe oder anderen Krankheiten erkrankt sind, aber dennoch haben wir nicht in einer sterilen Umgebung gelebt. Kommt es nun zu gehäuften Erkältungen, kann dies an einer Art Stau von Infektionen liegen, die ohnehin alle paar Jahre fällig wären.

MYTHOS: NAHRUNGSERGÄNZUNGSMITTEL ERSETZEN EINE GESUNDE ERNÄHRUNG UND BEUGEN ERKÄLTUNGEN VOR

FALSCH – Bei Nahrungsergänzungsmitteln (NEM) handelt es sich Präparate, in Pulver – oder Tabletten – / Kapselform, die Nährstoffe in dosierter Form beinhalten und meist von Gesunden zum Ausgleich von Nährstoffmängeln oder Unterstützung / Aufrechterhaltung bestimmter Funktionen eingenommen werden. Wichtig ist, dass es sich bei NEM um Lebensmittel und nicht um Arzneimittel handelt. Daher fallen NEM auch nicht unter das Arzneimittelgesetz, sondern unter das Lebensmittelrecht. Das hat zur Folge, dass NEM keinen Vorabnachweis bezüglich Wirksamkeit und Sicherheit erbringen müssen und keine Höchstmengen für die enthaltenen Inhaltsstoffe vorgeben werden. NEM müssen lediglich beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit angezeigt werden.

NEM sind nicht für therapeutische oder präventive Zwecke vorgesehen und ersetzen keine gesunde Ernährung. Sie bedürfen bei einem gesunden Menschen keiner Einnahme, da eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung dem Körper alle benötigten Makro- und Mikronährstoffe, inklusive Ballaststoffe, liefert. NEM können zwar ergänzende Nährstoffe liefern, aber nicht den gesamten Tagesbedarf eines Menschen decken. Bei unkontrollierter Einnahme besteht sogar die Gefahr einer Überdosierung. Aus diesem Grund sollte die Einnahme nur bei einem nachgewiesenen Mangel erfolgen. Vor einer beabsichtigten Einnahme sollte zudem immer mit dem behandelnden Arzt / der behandelnden Ärztin Rücksprache gehalten werden.

MYTHOS: NICHT MIT NASSEN HAAREN AUS DEM HAUS GEHEN!

FALSCH – Nicht die nassen Haare, sondern Erreger wie Viren oder Bakterien lösen Erkrankungen aus. Meist tritt in Kombination mit nassen Haaren aber eine zu intensive Kälteexposition auf, was die Entstehung einer Erkältung begünstigen kann. Wissenschaftlich bewiesen ist die Erhöhung des Erkältungsrisikos aufgrund von nassen Haaren jedoch nicht.

MYTHOS: SPORT STÄRKT DIE ABWEHRKRÄFTE.

RICHTIG – Schon eine leichte Trainingsintensität hilft dabei, die Infektanfälligkeit zu verringern, denn akute Belastungen lösen eine Mobilisierung und Erhöhung der Abwehrzellen aus. Hinzukommt, dass moderater Sport die Anzahl der positiven Darmbakterien erhöht. Interessanterweise befinden sich 80 % unserer Immunzellen im Darm. Pflegen wir unseren Darm mittels ballaststoffreicher Lebensmittel, Pro- und Präbiotika und einer ausreichenden Zufuhr an Omega-3-Fettsäuren, so pflegen wir auch unser Immunsystem. Erwähnenswert ist jedoch, dass Leistungssport und vielstündige Ausdauerbelastungen hingegen als immunschwächend gelten. Denn dies verlängert die benötigte Regenerationszeit.

MYTHOS: BEI GRIPPE SOLLTE MAN AUF ANTIBIOTIKA ZURÜCKGREIFEN.

FALSCH – In einer Beobachtungsstudie wurden 64 % aller an einer Nasennebenhöhlenentzündung erkrankten Personen ein Antibiotikum verschrieben – obwohl diese in den meisten Fällen durch Viren und nicht Bakterien ausgelöst werden. Dabei wirken Antibiotika nur gegen Bakterien und nicht gegen Viren. Hinzukommt, dass bei Antibiotikaeinnahme nicht nur krankmachende Bakterien bekämpft werden, sondern auch die guten Bakterien, die wir beispielsweise für ein gesundes Darmmikrobiom benötigen. Darum kommt es nach einer Antibiotikaeinnahme häufig zu Darmproblemen und Pilzinfektionen. Zudem besteht bei zu häufiger Antibiotikaeinnahmen das Risiko zur Resistenzbildung. Daher sollte Antibiotikum nicht leichtfertig verschrieben und eingenommen werden.

MYTHOS: ONE APPLE A DAY, KEEPS THE DOCTOR AWAY.

JEIN – Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt pro Tag 2 Portionen Obst. Mit einem Apfel schaffen Sie also schon einmal eine gute Basis. Außerdem enthalten Äpfel verschiedene Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe (wie u.a. Polyphenole), die antioxidative und weitere Schutzeffekte mitbringen. Variieren sollten Sie trotzdem, damit Ihr Körper und auch Ihr Darm Abwechslung bekommen und seine Nährstoffe aus verschiedenen Lebensmitteln beziehen kann.

Good to know: Äpfel haben eine chemopräventive Wirkung und sollen das Darmkrebsrisiko reduzieren!

MYTHOS: JE STÄRKER DIE ABWEHRKRÄFTE, DESTO BESSER BIN ICH VOR EINER COVID-19-INFEKTION GESCHÜTZT.

FALSCH – Eine Infektion hängt nicht von einem guten oder geschwächten Immunsystem ab. Auch eine Weitergabe des Virus wird davon nicht beeinflusst. Die Schwere der Erkrankung wird hauptsächlich von Faktoren beeinflusst, die wir nicht unmittelbar in der Hand haben: Immundefekte, Geschlecht, Alter und Vorerkrankungen, wie zum Beispiel Adipositas. Bei Adipositas Grad 2 ist das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf 3,6 mal so hoch und selbst bei jüngeren adipösen Patienten verdoppelt sich das Risiko für einen schweren Verlauf (Deutsche Adipositas Gesellschaft, 2021).

Abwehrkräfte gegen eine bestimmte Krankheit zu haben bedeutet, dass der Körper bzw. das Immunsystem aus einer vorherigen Krankheit des gleichen Typs lernen konnte. Das ist bei Covid-19 nicht der Fall, da es sich hierbei um eine neuartige Erkrankung handelt, die der Körper (in der Regel) noch nicht durchgemacht hat. Darüber hinaus können Menschen mehrfach an Covid-19 erkranken, wenn das Virus mutiert. Wie sich an den Antworten auf die Mythen erkennen lässt, ist eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung unabdingbar, um das körpereigene Immunsystem zu stärken und Krankheiten bestmöglich vorzubeugen. Der Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln ist an dieser Stelle nicht notwendig, da eine ausreichende Zufuhr an Obst, Gemüse und anderen nährstoffreiche Lebensmittel ausreichend Vitamine, Mineralstoffe, etc. beinhalten, um den Organismus zu versorgen.

In diesem Zusammenhang laden wir Sie herzlich ein zu unserem kostenlosen Online-Vortrag*: „Herbsthelden“.
*ermöglicht von der DAK-Gesundheit

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